Ärger unterm Weihnachtsbaum

Wie Kanzler und Vize 18 Journalisten pflanzten. Und was Paxlovid eigentlich so kostet.

Gegen Ende hin schließt sich der Kreis. 2023 war für viele ja ein eher besch…eidenes Jahr und das drückt sich nun leider auch in den Umgangsformen aus. Nicht nur bei uns, weltweit. Unter recht rätselhaften Umständen werden im Herbst in Österreich traditionell „Wort“ und „Unwort“ des Jahres gewählt. Warum auch immer siegten diesmal „Kanzlermenü“ – den offenbar gängigen Begriff kannte ich nicht einmal – und „Klimaterroristen“. Nun ja, auch Tadel ist Adel. Der Spruch des Jahres stammt von Gewerkschafter Reinhold Binder: „Mit de Einmalzahlungen können´s scheißen gehen“, sagte er und damit war die Kacke wieder einmal am Dampfen. Diesmal erdumspannend!

Der frisch gewählte argentinische Präsident trat diese Woche sein Amt an, ja der mit der Kettensäge und den vier geklonten Mastiffs als Beraterstab. Die westliche Welt nordete Javier Milei ostentativ recht schnell als Südamerika-Trump ein, unser politischer Kompass wird stets mit heißer Nadel gestrickt. Was mit Bestimmtheit gesagt werden kann: Der gelernte Volkswirt ist kein Mann der leisen Zwischentöne. „Ich bevorzuge eine unbequeme Wahrheit gegenüber einer bequemen Lüge,“ sagte Milei in seiner Antrittsrede, legte los und schloss mit „Viva la Libertad, carajo“, frei übersetzt „lang lebe die Freiheit, verdammte Scheiße“. Der Binder Reini wird die Ohren gespitzt haben.

Österreichs Journalisten bot sich in dieser Woche dagegen die Gelegenheit, der Regierungsspitze den Buckel runterzurutschen. Kanzler und Vizekanzler hatten die Chefredakteurinnen und Chefredakteure des Landes zu sich ins Bundeskanzleramt gebeten, um ihnen zu sagen, dass sie nichts zu sagen hätten, das aber in epischer Breite. Oder Länge. Karl Nehammer und Werner Kogler sagten natürlich schon etwas, aber es war nicht für die Ohren der Öffentlichkeit bestimmt. „Hintergrundgespräch“ nannte sich die reichlich bizarre Veranstaltung, sie dauerte 1 Stunde und 41 Minuten, jede Sekunde davon pures Gold, wenn auch wohl nur für mich.

"Lang lebe die Freiheit, verdammte Scheiße"

Für diese Regierung kommt eine Läuterung zu spät, aber es scheint doch an der Zeit, dass sich Journalistenverbände – oder wer immer sich dafür zuständig fühlt – eine ernsthafte Frage stellen: Wo liegt die Grenze des Zumutbaren? Hier wurde sie jedenfalls überschritten. Ich finde Hintergrundgespräche grundsätzlich sinnvoll. Der Blick in den Maschinenraum der Macht kann lehrreich, wissenserweiternd, augenöffnend sein. Was Kanzler und Vizekanzler diesmal boten, war allerdings eine frivole gegenseitige Schulterklopferei, verkauft als Zusammenkunft in hoher Exklusivität, verpackt in einer Art Herabwürdigung von Medien, versehen dazu noch mit einer albernen Sperrfrist, einem Veröffentlichungsverbot bis 18 Uhr desselben Tages also. Die Frage stellte sich, was da überhaupt auf Frist weggesperrt werden sollte.

Raum 107 diente schon vielen Kanzlern als Büro, genau genommen allen, die nicht ins düster getäfelte Kreiskyzimmer wollten. An diesem Dienstag kamen Nehammer und Kogler 20 Minuten zu spät ins nunmehrige Sitzungszimmer und setzten sich, ohne Entschuldigung oder nähere Erklärung, vors prachtvolle Gemälde von Markus Prachensky „Rot auf Weiß“, eine Leihgabe des „mumok“. Schwarz auf weiß legte eine Pressesprecherin gleich einmal die Spielregeln fest. Keine Verwendung des Gesagten für die Berichterstattung, schon gar nicht in Zitatform, aber es werde nachher eine Unterlage verteilt, die frei zur Nutzung sei. Schon dreist, oder? 18 Personen, die 101 Minuten mit Weihrauch bestäubt werden, anschließend teilt ihnen die oberste Kurie mit, welche Inhalte der Predigt sie gern in den Medien verbreitet hätte.

An dieser Stelle hätte ich eigentlich aufstehen, mich artig für die Einladung bedanken und mich verabschieden müssen, aber dann fiel mir ein, dass ich gar nicht eingeladen worden war, sondern nur vom Termin erfahren und mich einfach angemeldet hatte. Also blieb ich sitzen und bereute es in der Folge keine Sekunde, denn ich wurde rundum gut unterhalten. Das lag vor allem an den Brötchen, die auf kleinen Tellern angerichtet worden waren, gedacht zur freien Entnahme, aber niemand war so frei.

Also lungerten der Prosciutto und der Liptauer und der Lachs in meiner Nähe herum, während sich das Beste aus beiden Welten bemühte, das gewesene Jahr von der Butterseite her zu vermarkten. Die Belegschaft des Tellers und ich nahmen in der Zwischenzeit Blickkontakt auf, ich erzählte ein bisschen was über frühere Hintergrundgespräche, die später Kanzlergespräche genannt wurden, aber eigentlich Pressekonferenzen waren. Jetzt aber hatte Nehammer erstmals Kogler mitgebracht und das Format zu einer Art Schweige-Pressekonferenz ausgebaut. Der Prosciutto, der Liptauer und der Lachs hörten aufmerksam zu und schüttelten die Köpfe.

Die anderen Journalisten erledigten inzwischen am Handy ihre Weihnachtspost, dachten über ihr Leben nach oder stellten hin und wieder Fragen an das Beste aus beiden Welten, manche bis zu vier auf einmal, ein gewagtes Vorhaben. Wenn zwei Personen auf vier Fragen antworten, und das taten sie durchgängig, dann ergibt das acht Wortmeldungen am Stück und schon das allein kann unter normalen Umständen eine Zeitlang dauern. Die Umstände aber waren nicht normal, denn Werner Kogler saß mit am Tisch.

Ich verrate hoffentlich nicht zu viel, aber der Vizekanzler ist nicht der Typ, der mit Ja oder Nein antwortet. Er holt gern weit aus und beantwortet dann etwas, was nicht gefragt worden war, jedenfalls nicht an diesem Tag. Wenn Kogler also sagen wir einmal ungefragt über die Strompreisbremse spricht, dann sticht er ein, zweimal in die Materie hinein wie mit einer Stricknadel in ein Wollknäuel, sagt dann, dass er in der Erklärung nicht näher vordringen kann oder will, beginnt trotzdem damit, hört aber irgendwo mittendrin auf, den Rest muss man googeln. Das war in diesem Fall aber nicht nötig, denn es handelt sich ja um ein geheimes Hintergrundgespräch, in dem man aber auch vordergründig sein wollte, wie Kogler anfangs feststellte. Ich hoffe, ich verletzte mit dieser Enthüllung keine Sperrklausel.

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Recht bald nach Beginn teilte ich der Redaktion via WhatsApp mit, dass ich mich außer Stande sehe, über die Veranstaltung zu berichten. Was wichtig war, durfte ich nicht schreiben, was ich schreiben durfte, war nicht wichtig. Am Ende blieb über, dass die Regierung die Strompreisbremse verlängern werde, die Energieabgaben ausgesetzt bleiben und ein Teil der Mieten eins auf den Deckel kriegt. Stoff für zwei, drei kompakte Sätze und siehe da, nachdem alles vorbei war, schafften es der Kanzler und der Vizekanzler tatsächlich das Gesagte fürs Fernsehen auf zwei Minuten zu komprimieren. Zu diesem Zeitpunkt sah der Prosciutto vor mir immer noch schneidig aus wie ein Südtiroler Skilehrer, der Liptauer allerdings war schon mitten im Farbwechsel und der Lachs wusste, dass es eng wird für ihn mit einer Rückkehr ins Becken vom „Haus des Meeres“.

Während die Journalisten in Raum 107 ihrem Ärger Ausdruck verliehen, nichts über das Nichts schreiben zu dürfen, wurden im Vorzimmer vier Kameras aufgebaut, um fürs Fernsehen etwas Sichtbarkeit erzeugen zu können. Ohne Bilder und ohne Text macht sich jedes Hintergrundgespräch in der ZiB 1 schlecht, so vordergründig es auch gewesen sein mag. Natürlich hätte die Möglichkeit bestanden, dass Nadja Bernhard am Abend die beigestellte Unterlage vorliest, aber dann wären vielleicht der Prosciutto, der Liptauer und der Lachs auch daheim in den Wohnzimmern ins Koma gefallen.

Die schreibende Zunft haderte inzwischen mit dem Umstand, zur schreibenden Zunft zu gehören. Zeitungsspalten und Webseiten warteten auf Texte, die nicht verfasst werden konnten, weil das Hintergrundgespräch geheim bleiben sollte. Die Pressesprecherin empfahl, doch über die Stimmung zu berichten, dass sich der Kanzler und der Vizekanzler also immer noch prächtig verstünden. Den Journalisten wäre das Gegenteil lieber gewesen, sie hätten also gern über eine Rauferei zwischen den beiden geschrieben. So aber richteten sich der Kanzler und der Vizekanzler nicht einmal aus, dass der jeweils andere scheißen gehen könne. Der Wahlkampf ist auch eher noch in einer Frühphase.

Die meisten Medienvertreter lösten das Dilemma später kreativ, indem sie ein paar Inhalte der Zusammenkunft als Stimmung wiedergaben, was ja erlaubt schien. Also berichteten sie, was die Regierungsspitze stimmungsmäßig so zur Inflation zu sagen hatte, zum Wahljahr und zur Posse rund um den Klimabrief an die EU. Ich fand es am schönsten als Werner Kogler zwischendrin Bilanz über die Regierungsarbeit zog und sagte: „Einfach war es nie“. In den Unterlagen findet sich das Zitat leider nicht, vielleicht spart es sich Kogler als Titel für seine Biographie auf. Nach der Wahl findet er eventuell Zeit dafür.

Statt „Einfach war es nie“ war die Unterlage mit „Bundeskanzler Karl Nehammer und Vizekanzler Werner Kogler ziehen Resumee und geben Einblick in weitere Regierungsprojekte“ betitelt. Nicht ganz vier Seiten, 12 Programmpunkte, an denen der Erfolg festgemacht werden sollte, selbst die im Europavergleich absurd hohe Inflation wurde bemüht. Zitate von Kanzler und Vize waren angefügt, beide schlugen sich darin nicht weiter mit Selbstzweifeln herum. Es wäre denkmöglich gewesen, uns das alles zuzuschicken und tatsächlich kam es nachher auch per Mail. Sicher ist sicher.

Fraglos glücklich

Was gefahrlos gesagt werden kann: Der Weihnachtsbaum war hübsch. Schlicht, aber hübsch. Im Vorzimmer zu Raum 107, dort also, wo der hübsche Weihnachtsbaum stand, über den gefahrlos berichtet werden durfte, warteten immer noch die Kamerateams und ein paar Fotografen. Im Raum 107 waren nur regierungseigene Lichtbildner und Social Media-Teams zugelassen, nun bot sich allen anderen die Chance auf zeitgeschichtlich letztgültige Aufnahmen der Regierungsspitze und es wurde ein bisschen surreal. Nach ein paar Minuten Warten flog nämlich die Tür auf und der Kanzler und der Vizekanzler, die sich wohl die Nase pudern waren, stürmten in den Raum, um eine Frage zu beantworten, die nicht einmal gestellt werden musste. Die beiden wussten die Antwort einfach so. Verblüffend.

Als Nehammer also die Mikros erreicht hatte, fing er einfach zu reden an, erzählte von der Strompreisbremse und der Energiepreisbremse und der Mietpreisbremse und als er fertig war, erzählte Kogler von der Strompreisbremse und der Energiepreisbremse und der Mietpreisbremse. Danach stellte eine Reporterin tatsächlich eine richtige Frage, was vorab verboten worden war, zur Weisung von Alma Zadic nämlich. Statt sie zu beantworten, verwies Nehammer auf eine Presseaussendung vom Vormittag, anschließend verwies Kogler auf eine Presseaussendung vom Vormittag und wieder anschließend verschwand das Beste aus beiden Welten so schnell durch die Tür wie es gekommen war.

Ich musste das Haus dann über die Hintertreppe verlassen, die eigentlich keine Hintertreppe ist, sondern der Kanzlerabgang in den Hof. Am Gang vor einer Küche standen Kellnerinnen und Kellner aufgefädelt, es wirkte ein bisschen wie bei Downton Abbey. Im Kanzleramt war nämlich Dienstag Weihnachtsfeier, deswegen musste man hinten raus, wahrscheinlich stand vorne der Weihnachtsbaum vor der Tür und gab jedem, der den falschen Weg nahm, eine Fichtenwatschen, denn jetzt war Partytime.

Den Kanzler setzte das Hintergrundgespräch mit sich selbst in einen solchen Zustand der Euphorie, dass er am Tag darauf nicht wusste, wohin mit seinen Emotionen. Natürlich freut sich auch Donald Tusk darüber, dass er nun neuer Premierminister von Polen ist, aber richtig in Ekstase versetzte das Karl Nehammer. Als er beim EU-Gipfel in Brüssel auf Tusk traf, begrüßte er ihn nicht allein mit Schulterklopfen, „Bro-Handshake“ und Umarmung, es war fast schon so, als würde er versuchen ihn vorzuverdauen. Der Polen-Premier überlebte den Austro-Kannibalismus, zumindest vorläufig. „Alles in Ordnung, Tusk geht es gut“, twitterte der Kanzler später, riss fürs Foto aber den Mund so weit auf wie der böse Wolf, ehe er sich Rotkäppchens Großmutter einverleibte.

Pokémon GO

Auch der Gesundheitsminister sorgt momentan dafür, dass wir was zum Beißen haben. Er schickte diese Woche das Corona-Medikament Paxlovid quer durch Land, damit es überall gleichmäßig vergriffen ist. Ich finde das gegenüber den Tabletten sehr rücksichtsvoll. So sehen sie noch was von Österreich, ehe sie verspeist werden. Auch den Apothekern macht das den Alltag leichter. Wenn Kunden nach Paxlovid fragen, müssen sie nicht bedauernd antworten, das Medikament sei aus, sondern sie können sagen es sei verreist, das klingt viel eleganter. Es schaut sich eventuell gerade Bad Ischl an, ist am Weissensee eislaufen oder besteigt den Großglockner. Die Bergführer werden schön schauen, wenn ihnen beim Anstieg ein paar Tabletten entgegenkommen und den Hut zum Grüßen ziehen.

Jede Apotheke nur eine Schachtel? Meiner bescheidenen Ansicht nach wäre es vernünftiger gewesen, das Angebot von Paxlovid strategisch klug an bestimmten Orten zu bündeln und den Menschen dann zu verraten, wo es noch was gibt, statt sie wie bei Pokémon GO auf die Jagd zu schicken. So aber war das Ergebnis erwartbar: Keiner kennt sich mehr aus. Mit Stand Samstag ließ sich nicht sagen, ob Paxlovid nun wieder erhältlich ist oder nicht. Das Gesundheitsministerium sagt ja, die Apothekerkammer nein, sie wisse offiziell nichts von einer Verteilung, aber ab Montag könnte wieder was da sein. Dass es etwas gibt, gleichzeitig wiederum aber auch nicht, diesen Zustand kannten wir zuletzt aus der Pandemie bei Impfungen, Tests, Masken, Daten etwa. Immer hübsch, wenn Erinnerungen aufgefrischt werden.

So aber wird Paxlovid nun zum neuen iPhone, jeder will es zu Weihnachten geschenkt bekommen. „Schau Oma, in 29 Apotheken habe ich für dich angerufen, um die letzte Schachtel zu ergattern“, solche Sätze können einem einer stattlichen Erbschaft deutlich näherbringen. Da brennt zeitlich ohnehin der Hut, schließlich wird Andreas Babler nächstes Jahr Reformkanzler und dann räumt er uns finanziell ab wie einen Christbaum.

Auch bei Paxlovid geht es um einiges Geld, auch wenn darüber nicht geredet wird, denn die Vereinbarungen zwischen dem Hersteller und den Käufern sind streng geheim. Faktum ist, dass Österreich am 18. Februar 2022 einen Rahmenvertrag mit Pfizer über die Lieferung von insgesamt 180.000 Stück fixierte, die ersten Boxen kamen am 23. März 2022 ins Land. Der Bund kaufte ein, deshalb wissen bis heute weder Ärzte noch Apotheker noch ihre Kammern, nicht einmal die Sozialversicherung, was eine Schachtel Paxlovid so kostet. Viel! Richtig viel!

Austro-Kannibalismus

Irgendwann fress ich euch alle

Das „Wall Street Journal“ verschaffte sich Einblick in die Verträge zwischen Pfizer und den USA, der erste wurde bereits im November 2021 geschlossen. Preis pro Schachtel: 529 Dollar. Andere Länder mit weniger guten Drähten zur Pharmaindustrie mussten bis zu 900 Dollar hinblättern, schrieb die Zeitung. Österreich, so erzählen mir mit den Vorgängen vertraute Personen, zahlte um die 600 Euro pro Packung, alles in allem also rund 100 Millionen Euro.

Es blieb bis zu dieser Woche der einzige Vertrag für Paxlovid. Aus dem Kontingent wurden Chargen abgerufen, wann immer es nötig erschien. Bis in den heurigen Herbst hinein war das Medikament jedenfalls noch kein iPhone. Das weiß man, weil Apotheken und Hausapotheken der Österreichischen Gesundheitskasse pro Ausgabe einer Schachtel 15 Euro in Rechnung stellen können. Bis Ende September 2023 passierte das aber nur 56.388 Mal. Zu diesem Zeitpunkt war also noch ausreichend genug Stoff im Land.

Dann aber wurden Medikamente grundsätzlich knapp, die Menschen begannen zu horten, auch Paxlovid. Es wurde nun nicht mehr allein verschrieben, weil jemand Covid-19 hatte, sondern weil er oder sie es einmal bekommen könnten. Das räumte die Lager leer. Warum der Großhandel nicht Alarm schlug, bleibt eines der vielen Rätsel dieser unendlichen Geschichte. Sie endet vorläufig damit, dass Österreich diese Woche einen neuen Vertrag über die Lieferung von 18.000 Stück abschließen musste und die Sozialversicherung nun mit Pfizer in Preisverhandlungen eintritt, denn ab Februar gibt es Paxlovid auf Krankenschein.

Wohin die Reise geht, zeigen die USA vor. Hier kommt das Medikament mit Jänner in den „Freiverkauf“. Zum Preis von 1.391 Dollar die Schachtel.

Ich wünsche einen wunderbaren Sonntag, sieben Tage vor dem Heiligen Abend. Diese Woche hatte ich privat in einem Wiener Spital zu tun. Ich trug Maske, ich dachte, das sei in Krankenhäusern längst üblich. Ein Irrglaube, selbst Ärzteschaft und Pflegepersonal waren blank. Die Menschen gingen wertschätzend mit mir um, sie erkundigten sich freundlich, ob ich infiziert sei, fanden es vernünftig, dass ich Maske trug, dachten selbst aber nicht daran eine aufzusetzen. „Tragen sie die Maske für sich“, fragte mich eine Pflegerin vorsichtig. „Nein, aus Höflichkeit“, antwortete ich. „Wir werden wohl nächste Woche im Spital eine Maskenpflicht bekommen“, erwiderte sie und schien sich darauf zu freuen.

Ich lerne: Der Österreicher wartet gern auf eine Verordnung, damit er danach sein Leben endlich frei organisieren kann. Auch so eine Seltsamkeit, die ich dem Prosciutto, dem Liptauer und dem Lachs beizeiten erzählen will.

Fotos:
Karl Nehammer, Werner Kogler: „Heute“, Christian Nusser
Javier Milei: „Picturedesk“, Luis Robayo
Nehammer, Kogler: „Heute“, Christian Nusser
Johannes Rauch: „Picturedesk“, Eva Manhart
Nehammer; Donald Tusk: „BKA“, Dragan Tatic
Nehammer, Victor Orbán: „Picturedesk“, Miguel Medina

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Bisher erschienen:
Grippe, Corona, ein Minister und ein böser Verdacht
Die Republik und ihr Benkomat
Die ÖVP und ihre 23 Milliardäre
Der stille Sieg des Kammerjägers
Wird Babler jetzt Volkskanzler?
Jetzt oder nie
Klogänge und andere zentrale Notwendigkeiten
„Sind Sie ein fader Typ, Herr Minister?"
Ludwigs Hafen
Grenzgänge
Der Burgerking vom Ballhausplatz
Auftakt zum Schlussakkord
Die Notwasserung
Die Kindergarten-Cops
Der Säulenheilige
Gefährlich? Gut?
Stille Wut (Symbolbild)
Operation Wartesaal
Kickleriki!
Seid Ihr noch alle normal?
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Do legst di nieda!
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