Die Republik und ihr Benkomat

Nacktschnecken, Kröten und ein Minister, stur wie ein Bock.

Jetzt also Winterwunderland! Die Vorweihnachtszeit ist traditionell die Epoche der großen Gedanken. Vor dem Jahreswechsel will jeder noch einmal tief in sein Innerstes blicken und das Entdeckte der Außenwelt zeitnah näherbringen. Diese Suche nach dem Licht im eigenen Tunnelsystem birgt leider so ihre Gefahren und deshalb absolvieren viele das kleine Philosophikum gern rund um Punschhütten. Unterm Weihnachtsbaum werden wir heuer alles Mögliche haben, aber garantiert keinen Durscht.

Wer jetzt die Zeitungen aufschlägt oder sich am Abend die „Seitenblicke“ antut, trifft ständig auf Menschen, die mit einem Häferl in der Hand wohlgelaunt ihr eigenes oder fremdes Leben reflektieren. Der Ausschank alkoholischer Heißgetränke in adventlicher Anmutung scheint das einzige Weihnachtsgeschäft zu sein, das heuer tatsächlich brummt, wenn man von der Signa Holding einmal absieht. Deshalb riecht ganz Österreich momentan wie eine Punschhütte. Leider wird das Land auch so geführt. Wir erkennen das daran, dass die halbe Republik in den letzten Jahren recht regelmäßig bei einem Tiroler Nobelhüttenwirt auf Waldbeere oder Ananas-Kokos einkehrte, ohne bemerkt haben zu wollen, dass ihnen Fusel serviert wurde.

Ohne Zufuhr von Punsch erhielt Elfriede Jelinek vor rund zwei Wochen den Ehrenring des Landes Steiermark, den Grazer Nobelpreis also. Das Pilnacek-Pizzagate war da noch am Köcheln, ein guter Zeitpunkt, um über Österreich zumindest eine Zwischenabrechnung zu formulieren. „Es hat schon eine Kleinlichkeit und Mickrigkeit und Erbärmlichkeit“, sagte Jelinek zu Ö1. „Also alles, was bei uns passiert, passiert jetzt nicht in einer öffentlichen Debatte, sondern das passiert in Gesprächen, die an Wirtshaustischen aufgenommen worden sind. Da sprechen sie wirklich wie ihnen der Schnabel gewachsen ist. Das ist schon ein Sittenbild.“ Zu diesem Zeitpunkt war René Benko auf diesem Sittenbild noch ein Strich in der Landschaft.

Rettungsengel

Ein paar Tage später wurde an dem Sittenbild schon mit dem groben Pinsel gearbeitet, aber Österreich plagten da noch ganz andere Sorgen. Der Nikolo, zuweilen auch guter Gast bei Punschständen, schien in Gefahr. Die Angst, einen zusätzlichen Arbeitslosen durchfüttern zu müssen, treibt Politiker jedes Jahr um, deshalb engagieren sich viele in der Erhaltung dieser seltsamen Besuchstätigkeit. Nikolos gelten am Arbeitsmarkt als schwer vermittelbar. Inserate, in denen sich ein alter, weißer Mann mit einer Schuhschachtel am Kopf und einem seltsam gebogenen Nordic Walking-Stecken in der Hand um einen Job für einmal im Jahr bewirbt, führen selten zu einer Einladung zum Bewerbungsgespräch.

In einer Salzburger Gemeinde wollte der Kindergarten heuer den Nikolo nicht mehr im Haus haben. Argumentiert wurde dies zunächst mit „wachsender Diversität“ und „unterschiedlichen Kulturen im Kindergarten“, später mit der Angst der Kinder vor der Figur. Also werde der Nikolaus heuer anläuten, seinen Sack vor die Tür stellen und dann abhauen, so der Plan. Die meisten Kinder ängstigt das nicht, sie kennen den Vorgang von der Zustellung der Amazon-Packerln. Zu diesem Zeitpunkt war der Nikolaus aber schon aus dem Sack, einige dem Brauchtum zugeneigte Politiker und die deutschsprachige Publizistik näherten sich dem Thema dankbar. Es landbauerte auch auf dem Schreibtisch von Johanna Mikl-Leitner und sagen wir einmal so: Einen besseren Kumpel als die niederösterreichische Landeshauptfrau hat der Nikolo noch nie gehabt.

Mikl-Leitner wusste nicht wohin mit ihrem Furor. Sie begann eine Serie von offenen Briefen zu schreiben, auf Facebook, an Zeitungen, zuletzt an alle Kindergärten. Die Texte kamen einer Nikolopflicht recht nahe, es war ähnlich wie bei den Masken und Impfungen. „Wenn sich rund um uns Krisen- und Kriegsszenarien ausbreiten, wollen wir näher zusammenrücken und uns gegenseitig helfen“, drohte die Landesmutter. „Daher wollen wir Sie gerade in diesen Zeiten darin bestärken, in Ihrem Kindergarten unsere besinnlichen Bräuche der Nächstenliebe und der Wärme auch weiterhin zu feiern. Sie schaffen für unsere Kinder durch die liebevolle Gestaltung von Advent- und Nikolausfeiern eine Atmosphäre der Sicherheit und Geborgenheit!“

Nur zur Einordnung: Wenn in Niederösterreich die jeweilige Landeschefität irgendjemanden in irgendwas „bestärken will“, dann handelt es sich nicht um einen Wunsch, sondern um einen Arbeitsauftrag. Jeder weiß das, auch der Nikolaus, so heilig kann er gar nicht sein.

Ich mag an der Weihnachtszeit allerlei, die Mystik, das Innehalten, die kurze Phase der Ruhe, auch das Zurückschauen und Erinnern, aber der Nikolaus ist mir schon als Kind auf die Nerven gegangen. Das einzig Lustige war das Ratespiel, wer sich dieses Mal hinter dem schlecht aufgeklebten Bart verbirgt, manchmal stieß sich der Nikolo auch den Kopf am Türstock und die Schuhschachtel neigte sich gefährlich, das sorgte ebenso für Kichern. Aber sonst? Eine ewige Warterei. Viel Aufwand für wenig Ertrag, ein paar Nüsse und Mandarinen. Ich will nicht undankbar sein, aber der Krampus hatte wenigstens eine Agenda.

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Auch die Wiener SPÖ hatte einen Plan. Noch ehe das Kartenhaus um René Benko zusammenbrach, übte sie das Immobilien-Mikado am Kleinfeld. Vor ein paar Monaten kam auf, dass sich ein paar Genossen Grundstücke in einer Schrebergartenanlage zum Vorteilspreis unter den Nagel gerissen hatten. Die Latifundien wurden wenig später in vollwertiges Bauland umgewidmet, was eine erhebliche Wertsteigerung mit sich brachte. Die Gruppe rund um den Donaustädter Bezirksvorsteher konnte das zum Kaufzeitpunkt natürlich nicht wissen, schließlich fehlte der politische Einblick.

Eine „tiefgreifende“ Untersuchung der SPÖ-Affäre durch die Wiener SPÖ in der SPÖ-geführten Bundeshauptstadt konnte selbstredend keine Verstöße feststellen, für die Zukunft sollen aber die Regeln, die natürlich nicht gebrochen worden waren, verschärft werden. Da dies der Distanzierung nicht genug war, rückte diese Woche der Wiener Gesundheitsstadtrat Peter Hacker aus und rechnete in der Krone ein für alle Mal mit den Schrebergärten ab. Das ist politisch sensibel, schließlich wohnt auch sein Chef Michael Ludwig recht kleingartenhäuslich.

Das war Hacker wurscht. „Ehrlich, ich kenne mich mit Schrebergärten nicht aus“, sagte er. „Und damit verscherze ich es mir jetzt auch mit einigen, wenn ich sage: Ich verstehe das Leben in Schrebergärten gar nicht. Es fängt bei den Petunienhecken an und geht bis zum Rasenmähen und den Nacktschnecken, auf die man in der Nacht draufsteigt. Ich liebe es, in einer Wohnung zu leben, die weit oben ist. Und wenn eine Dachrinne verstopft ist, rufe ich die Hausverwaltung an. Wunderbar.“ Vielleicht schickt Ludwig jetzt Hacker den Nikolo auf ein Gespräch vorbei, der Krampus könnte nebenbei die Dachrinne ausräumen.

Strebergärtner

Im Advent lud Sebastian Kurz früher zu „Punsch und Maroni“, als Staatssekretär noch recht bescheiden in den Hof des Palais Daum-Kinsky, Freyung 4, an der Adresse Freyung 3, in Gehweite also, hat die Signa ihr Hauptquartier. Später, am Höhepunkt seiner Macht, wechselte der nunmehrige Kanzler in den Kursalon, nun kamen 1.500 Gäste, zuletzt 2019 tauchte dort auch René Benko auf. Kurz pflegte nach außen hin ein ambivalentes Verhältnis zum Kartenhausbesitzer. Je nach dessen aktuellem Ruf in der Öffentlichkeit sprach er von einer freundschaftlichen Beziehung oder stritt ab, ihn überhaupt näher zu kennen.

Seit dieser Woche erlebt Österreich ein seltsames Schauspiel. ÖVP und SPÖ und ihre Anhängerschaft streiten sich darüber, wer den übleren Alt-Kanzler in seinen Reihen hat. Sowohl der türkise Kurz als auch der rote Alfred Gusenbauer waren Benko in inniger Honorarlegung verbunden. „Gusi“ dürfte dicker im Geschäft gewesen sein. Er heuerte laut News schon drei Wochen nach Ende seiner Kanzlerschaft 2008 beim goldenen Quartiergeber an, kassierte fortan 280.000 Euro pro Jahr für eine Woche Arbeit im Monat, sitzt aktuell in Beirat und in den Aufsichtsräten von Signa Prime und Signa Development. SPÖ-Chef Andreas Babler wird im Wahlkampf mit ihm noch seine rechte Freude haben.

Kurz wiederum ist eher ein Frischgfangter. Seine Firma SK Management GmbH soll für Benko Geldgeber herangekarrt haben, zuletzt überredete er dem Vernehmen nach einen Investor, 100 Millionen Euro zum Pyramidenspiel beizutragen. Der Betreffende dürfte auf Kurz jetzt mittelmäßig gut zu sprechen sein. Der nunmehrige Handlungsreisende gibt in diesem Advent keinen Punsch und keine Maroni aus, er treibt sich, wie er uns via Instagram zukommen ließ, am Rande der Klimakonferenz in Dubai herum, um den arabischen Raum zu befrieden, vor allem für sich selbst.

In seiner neuen Aufgabe scheint Kurz noch nicht ganz angekommen zu sein. Laut Kurier soll die Signa dem gewesenen Kanzler 2,4 Millionen Euro Erfolgshonorar zugesichert haben, wovon aber erst 750.000 Euro bezahlt worden sein dürften. Kurz selbst scheint nicht genau zu wissen wofür, denn zunächst hieß es, dass er sich der Signa Holding in Rechnung gestellt hatte. Auf den Honorarnoten, die in News abgedruckt wurden, tauchte dann aber die Signa Lime GmbH als Zahler auf. Bei einem Konstrukt aus über 100 Unternehmen lässt sich leicht der Überblick verlieren.

Weil die Signa Lime GmbH (noch?) nicht insolvent ist, findet sich kein Kurz auf der Gläubigerliste der Holding, dafür ist das restliche Österreich ganz gut vertreten. Im „Antrag auf Eröffnung eines Sanierungsverfahrens in Eigenverwaltung“ – Streitwert 1 Milliarde Euro –, versammeln sich 53 Gesellschaften und 273 Gläubiger, darunter Banken, Ärzte, Anwälte, Hotels, das Finanzamt Innsbruck, Amazon, die GIS, Nespresso, Danielle Spera, die Firma von Harti Weirather, die Mediengruppe Österreich, Siemens, Reisswolf, zwei Helikopterfirmen, ÖBB, Post, Wiener Linien, Wien Energie und natürlich Gusenbauer, als solcher und mit der Projektentwicklung & Beteiligung GmbH.

Die bisher größte Wirtschaftspleite unserer jüngeren Geschichte wird das Land sicherlich auch 2024 prägen. Österreich wird seine Lehren daraus ziehen und dann weitermachen wie bisher.

Schluss-Sirene

Erfolg kann schnell zur Droge werden, das passiert mitunter auch abseits von Superyachten und Privatfliegern. Erst kürzlich erhob Gesundheitsminister Johannes Rauch für sich selbst das Glas. „Die größte Gesundheitsreform seit Jahrzehnten ist jetzt in trockenen Tüchern“, prostete er sich zu. In monatelangem Ringen mit den Ländern und zuletzt mit der Ärztekammer war Rauch ein Durchbruch gelungen. Respekt! Seither aber ist bei ihm ein Hang zur Hybris feststellbar. Der Minister empfindet Kritik an seiner Arbeit und vor allem an sich selbst zunehmend als Majestätsbeleidigung. Er nehammert ein bisschen.

Harald Oberhofer, Volkswirtschafts-Professor an der Wiener Wirtschaftsuni, warf dem Minister diese Woche vor, bei der Reform die Wissenschaft zu ignorieren. Ihr werde weiter kein Zugang zu Gesundheitsdaten eingeräumt, ein Zustand, der sich schon während der Coronazeit als fatal erwiesen hatte. Rauch reagierte darauf wie ein pampiger Teenager. Er sei „es leid“, etwas „unterstellt zu bekommen“, schrieb er und schob dann rechtliche Gründe für die Verweigerung vor. Ziemlich herablassend, tut mir leid.

Die Coronazahlen schießen wieder in die Höhe, deshalb empfahl Rauch am Dienstag, wieder Maske zu tragen. Er sprach nicht von einer Pflicht, aber riet zum Tragen, wo Menschen „dicht gedrängt aufeinandertreffen“, in Spitälern, Pflegeheimen, Arztpraxen oder Öffis. Dann passierte dasselbe wie während der Pandemie. Die Politik schaffte an, aber pfiff selbst darauf. Rauch postete Bilder von sich bei der Grippeimpfung im Feinripp-Unterleiberl, das Hemd wie eine römische Toga über die Schulter geworfen. Ohne Maske. Beim EU-Rat für Gesundheitsminister. Ohne Maske. In einem Einkaufszentrum. Ohne Maske. Bei einem Treffen mit dem Verein Darmkrebshilfe. Ohne Maske. Das Virus dürfte die Spitzenpolitik amnestiert haben.

Für den größten Ärger sorgt der Gesundheitsminister derzeit aber ausgerechnet mit der von ihm ausgerufenen „größten Gesundheitsreform seit Jahrzehnten“. Eine gravierende Änderung treibt die Ärzteschaft die Ordinationswände hoch. Nicht anders lassen sich solche Wortmeldungen einordnen: „Wir werden eine Erhöhung der Sterblichkeit erleben“. „Österreich drohen nun amerikanische Verhältnisse, Leben wird ökonomisch bewertet“. Und: „Da wurde eindeutig eine Grenze überschritten“.

Es geht um hochpreisige Medikamente wie sie vor allem in der Krebstherapie eingesetzt werden. Die Medizin hat hier in den letzten Jahren Quantensprünge erlebt. Betroffene haben heute eine vielfach höhere Chance, die Krankheit zu überleben. Das liegt vor allem auch an besseren Arzneimitteln, die in hoher Taktzahl auf den Markt kommen und bisher in Österreich rasch eingesetzt werden konnten, denn wir waren in einer von vielen beneideten Situation. Die behandelnde Ärzteschaft entschied selbstständig. Logisch: Die Ärztinnen und Ärzte sind am letzten Stand, kennen alle internationalen Studien, wissen, was taugt, was nicht. Dieses Privileg wird nun in die Tonne getreten.

Im Windschatten der Verhandlungen über den Finanzausgleich kam die Sozialversicherung im Sommer auf die Idee, ein „Medikamenten-Board“ einzurichten. An sich eine vernünftige Sache. Wie üblich gibt es derzeit in Österreich neun verschiedene Regelungen, welche Arzneien etwa im Spital verabreicht werden dürfen. Ein Patient, der in der Steiermark abblitzt, kann nach Salzburg oder Wien fahren und erhält dort das, was ihm andernorts verweigert wurde. Das „Board“ sollte für eine Vereinheitlichung sorgen – ein Gremium, ein Topf, gleiche Regeln für alle, Aufteilung der Kosten nach einem Schlüssel.

Dann aber erkannten die Länder ihre Chance. Sie sahen eine Möglichkeit, Kosten zu drosseln. Plötzlich sollte der geplante „Board“ Medikamente nicht mehr nach Sinn und Nutzen bewerten, sondern auch nach ökonomischen Kriterien. Menschliches Leben bekam einen Preiszettel, Rauch ließ es zu.

Anfang November erfuhr die Ärzteschaft davon und ab da war Feuer am Spitalsdach. Onkologe Christoph Zielinski und Krebshilfe-Präsident Paul Sevelda warnten in einem Video von Uni-Rechtsprofessor Nikolaus Forgó vor den dramatischen Folgen. Hinter den Kulissen setzten wilde Verhandlungen ein, sie dauerten bis zu diesem Wochenende, Rauch blieb stur. Die Besetzung des „Boards“ wurde leicht adaptiert, aber „das Ministerium hat gemeint, es macht den Sack nicht mehr auf“, sagt Andreas Huss, Obmann der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK). Auch kurios: Mit Huss distanziert sich mittlerweile sogar einer der Erfinder des „Boards“ von seiner eigenen Idee.

Wenig stichhaltig

Der Hut brennt. Schon am Dienstag soll die neue Regelung in den Gesundheitsausschuss des Parlaments eingebracht werden, ein Beschluss noch für heuer wird angepeilt. Ab 2024 entscheidet dann über Hochpreis-Medikamente ein Gremium „ohne Expertise“, wie der Salzburger Primar Richard Greil urteilt. Im „Bewertungsboard“, der pro Jahr drei Millionen Euro kosten soll, sitzen nämlich drei Vertreter aus dem Gesundheitsministerium, neun aus den Bundesländern und neun aus den Sozialversicherungen, 21 Personen gesamt ohne spezielle Fachkenntnis. Ihnen gegenüber drei Wissenschafter oder Ärzte und der Patientenanwalt, allerdings nur in beratender Funktion, ohne Stimmrecht.

Es geht um viel Geld, wiederum aber auch nicht, illustriert an einem Beispiel: In Kürze kommt ein Präparat gegen Sichelzellen-Anämie auf den Markt, eine extrem seltene Erbkrankheit, in Österreich gibt es eine Handvoll Betroffene. Eine einzige Spritze kann nun das Leiden heilen, sie kostet zwei Millionen Euro. Ergebnis jahrelanger Forschung für einen kleinen Personenkreis. „Es ist unsinnig bei so etwas über den Preis zu reden“, sagt Greil, „teuer oder billig spielt im Supermarkt eine Rolle, wenn ich Milch kaufe“. Bei hochpreisigen Medikamenten rede man nicht von Massenware, was wäre zudem die Alternative? Eine lebenslange Behandlung von Patienten zu noch viel höheren Kosten.

„Man kann Leben nicht mit Geld aufwiegen“, sagt er. Den „Board“ hält er für sinnlos. Dort werden ohne Expertise Gutachten erstellt, frei, ohne Schwellenwerte, die dann sogar für die Arzneimittel-Kommission bindend sein könnten. Für Entscheidungen kann sich das Gremium sogar fünf Monate und mehr Zeit lassen, für einen Teil der 40.000 Tumor-Betroffenen im Jahr ein mögliches Todesurteil. „Absurd“, nennt Rauch diese Sichtweise. Die gesamte Fachwelt ist anderer Meinung. Wenn er sich seinen zuletzt erarbeiteten Ruf nicht kaputt machen will, dann denkt der Gesundheitsminister in letzter Minute noch um und fixiert im Frühjahr eine durchdachtere Lösung.

Ich wünsche einen wunderbaren Sonntag. Weil zu Beginn von großen Gedanken die Rede war. Ein Leserbriefschreiber drückte diese Woche in der „Krone“ seine Skepsis zum Klimagipfel so aus: „Eine Klimakonferenz in Dubai ist wie eine Mathematiker-Tagung in der SPÖ-Zentrale,“ schrieb er. Ich füge an: Immerhin ohne Excel-Tabellen.

Verzeihung die Länge, der Schnee hat mich im Haus gehalten.

Fotos:
René Benko: „Picturedesk“, Stefan Adelsberger
Johanna Mikl-Leitner: „Heute“, Helmut Graf
Peter Hacker: „Heute“, Helmut Graf
Johannes Rauch: Dorfegger/BMSGPK
Benko: „Bild“, Theo Klein

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Bisher erschienen:
Die ÖVP und ihre 23 Milliardäre
Der stille Sieg des Kammerjägers
Wird Babler jetzt Volkskanzler?
Jetzt oder nie
Klogänge und andere zentrale Notwendigkeiten
„Sind Sie ein fader Typ, Herr Minister?"
Ludwigs Hafen
Grenzgänge
Der Burgerking vom Ballhausplatz
Auftakt zum Schlussakkord
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Die Kindergarten-Cops
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Operation Wartesaal
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Seid Ihr noch alle normal?
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Alles Babler, oder was?
Do legst di nieda!
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