Grippe, Corona, ein Minister und ein böser Verdacht

Ein therapeutischer Rückblick auf eine kranke Woche.

Es ist jetzt wieder an der Zeit zurückzuschauen. Der Österreicher schaut gern zurück. Im Dezember schaut er zurück, im Jänner schaut er nach vorne, die übrigen zehn Monaten wurschtelt er sich durch. Die Wartezeit bis zum nächsten Jahresrückblick überbrückt der Österreicher vorrangig mit dem Konsum von Wiederholungen bisheriger Jahresrückblicke. So sind wir, das ist biologisch so festgelegt. Wenn unsere DNA einmal vollständig sequenziert ist, dann wird eine Forscherin den Strang in die Höhe halten und sagen: „Interessant, schaut aus wie ein Filmstreifen“. Das wird alles erklären.

Aus den unterschiedlichsten Gründen treffen jetzt Menschen aufeinander, auf Firmenfeiern, an Punschständen oder einfach so auf der Straße, weil man sich „Frohe Weihnachten“ wünscht und ein „Gutes Neues Jahr“, obwohl ohnehin jeder weiß, dass es so etwas wie ein gutes neues Jahr noch nie gegeben habt. Nicht mit uns. Wenn der Österreicher auf ein abgelaufenes Jahr zurückschaut, dann spielt ihm seine Filmstreifen-DNA eine Aneinanderreihung aus lauter Katastrophen vor. Alle Katastrophen, die davor lagen, werden von uns wiederum liebevoll in Watte gepackt. Aus den Katastrophenjahren von früher wird mit ein bisschen Abstand die gute alte Zeit.

2023 aber, soviel ist sicher, war ein furchtbares Jahr. Unser trübseliger Blick auf die vergangenen zwölf Monate wird nur dadurch abgemildert, dass 2024 noch viel furchtbarer wird. Unsere ganzen Hoffnungen liegen folglich wie immer auf dem übernächsten Jahr, 2025 also, sie zerschlagen sich spätestens im Dezember 2024, denn da blicken wir erneut nach vorn und mitten hinein ins wirkliche Grauen.

Meinen neuen Vizekanzler errätst du nie

Auch der Kanzler blickte jetzt zurück. Diese Woche bot Karl Nehammer gleich doppelt dazu Gelegenheit. Sein Amtshaus wurde zwei Jahre alt, er selbst ist seit 100 Jahren Regierungschef, es kann aber auch genau umgekehrt sein. Weil Werner Kogler offenbar weder Zeit noch Muße hatte, um das Gemeinsame gemeinsam vor das Trennende zu stellen, setzte Nehammer für die Bilanz seines bisherigen Wirkens seinen Hund neben sich auf die graue Couch im Kreiskyzimmer, er kam deshalb auch öfter zu Wort. Die DNA des Vizekanzlers wird einmal ein eigenes Forschungs-Team beschäftigen, das nicht wissen wird, wie es die Doppelhelix von Kogler mitten im Satz abschneiden soll.

Der neue Vizekanzler heißt Fanny und ist ungefähr fünf Jahre alt. Es handelt sich eigentlich um eine Bayerische Gebirgsschweißhündin, aber die hat einen ähnlichen Dackelblick drauf wie Werner Kogler, wenn ihm der Kanzler die Welt erklärt. Wenn ich richtig verstanden habe, dann ruft ihn Nehammer „Mausi“, also den Hund. Wie er Kogler ruft, weiß ich nicht. „Mausi“ fände ich etwas unangemessen, „Mausebär“ ginge vielleicht.

Das Video, das der Kanzler und seine Fanny produziert haben, dauert 1,40 Minuten. Es wurde über die sozialen Medien unter die Leute gebracht und verwirrt am Anfang etwas. Wir sehen den noch etwas jüngeren Karl Nehammer wie er mit dem damals noch etwas jüngeren Hund herumtollt, dazu wird Text eingeblendet: „Als ich mir als Welpe meine Familie ausgesucht habe, ahnte ich nicht, welches große Abenteuer auf mich wartet“. Es geht nicht klar hervor, wer hier zu uns spricht, aber ich hoffe weiter das Beste für das Land.

In der ersten Hälfte des Videos sieht man Fanny am Weg ins Kanzlerbüro, dazwischen sind in knapper Schnittfolge Fotos seines „Herrls“ eingeblendet und das nicht allzu sparsam. 57 Bilder in 12 Sekunden, sie zeigen Nehammer mit Weltlenkern wie Arnold Schwarzenegger und Sebastian Kurz, bei den Rennfahrern in Spielberg und am Rupertikirtag, allerdings ohne Inanspruchnahme von Wasserbier. Dann klopft er ein paar Mal auf die Couch, ruft „Mausi“ und Fanny Mausi springt an seine Seite. Sie legt die Stirn in Falten und lässt alles Weitere über sich ergehen. Kogler hätte das nicht anders gelöst.

„Was haben wir alles in den beiden Jahren erlebt, ha“, sagt Nehammer und streicht seinem neuen Vizekanzler liebevoll über den Kopf., „Du hast mich immer besucht hier im Bundeskanzleramt, das hat mir Freude bereitet und dazwischen ist so viel passiert“. Fanny schweigt vieldeutig. Der Kanzler hat sich in der Zwischenzeit uns zugewandt und erzählt von der ganzen Plackerei, die er mit uns hat. In einer „herausfordernden“ und „turbulenten“ Zeit habe er „Verantwortung“ übernehmen müssen, sagt er. Ich wüsste jetzt gar nicht, dass wir ihn dazu gedrängt hätten, aber vielleicht weiß sein Hund mehr. Der hat allerdings da schon die Verantwortung für den Adventkranz übernommen und sucht ihn nach Essbarem ab. Vermutlich kennt er die ganze Lamentiererei schon, das Leben als Second Dog ist sicher nicht immer Fanny.

Das Video ist Teil der Kampagne „Glaub an Österreich“, Präludium zur ÖVP-Wahlkampfmusik. Auf der einschlägigen Webseite haben schon einige Menschen anonym ihr Glaubensbekenntnis abgelegt. Florian T. etwa ist von den „vielen Hidden Champions in unserem Land“ beeindruckt. Daniel K. glaubt, dass „Gemeinschaft und Zuversicht immer über Missmut, Neid und Kleingeistigkeit siegen werden“. Karl M. sieht in Österreich „ein Vorbild für die Welt“. Es handelt sich um Digital-Staatsekretär Florian Tursky, den Pressesprecher des Kanzlers, Daniel Kosak, und um den Wiener ÖVP-Vorsitzenden Karl Mahrer. Ich bin neugierig, ob uns demnächst auf türkisen Wahlplakaten empfohlen wird, Karl N. zu wählen. Sein Hund F. sei ein glühender Fan.

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Später an diesem Mittwoch lud Karl N. zum Empfang, sein Wigwam feierte 100. Geburtstag. Von neun noch lebenden Ex-Regierungschefs tauchten drei ehemalige Hausherrn und die bisher einzige Hausherrin auf. Viktor Klima bestaunt in Argentinien lieber seinen neuen Präsidenten, Werner Faymann geht nicht mehr viel aus dem Haus, Alfred Gusenbauer fliegen gerade die Häuser um die Ohren, Sebastian Kurz streut in Dubai dem Weltklima Sand in die Augen und Christian Kern holte woanders die Kastanien aus dem Feuer. „Als Bundeskanzler der Republik ist es eine Ehre, dem Land zu dienen und dienen ist nichts Schlechtes, sondern etwas Gutes", sagte Nehammer in seiner Rede. Zu einem solchen Satz hätte sein Hund vermutlich mit den Ohren applaudiert.

Weit weniger öffentlich lief ein Treffen nur fünf Gehminuten entfernt ab, das fast zur selben Zeit stattfand. Mit Beginn 18 Uhr hatte Othmar Karas zu einem „Adventpunsch“ geladen. Im Innenhof des Schottenstifts traf sich im Halbdunkel eine „von mir persönlich ausgesuchte und handverlesene Gästeschar“, wie der Erste Vizepräsident des EU-Parlaments in seiner Ansprache betonte. „Eine Gesellschaft wird groß, wenn alte Männer Bäume pflanzen, in deren Schatten sie nie sitzen werden“. Das griechische Sprichwort war der Einladung beigefügt, es gab dem Abend einen Rahmen vor.

Schattenmann Karas sucht Kontakt. Er kam direkt aus Brüssel, leicht verspätet zu seinem eigenen Termin, ein Flugzeug war ausgefallen. Die politische Situation in Österreich treibt ihn um, das merkte man ihm an, sie macht ihn sprachlos und redselig zugleich. Seine Analyse der aktuellen politischen Situation teilt er mit vielen, nicht nur an diesem Abend, ob daraus Mitstreiter erwachsen, ist noch unklar. Davon hängt wohl ab, ob Karas bei der nächsten Nationalratswahl mit einer eigenen Bewegung an den Start geht, die Entscheidung fällt im Frühjahr. Sie könnte dafür mitverantwortlich sein, dass Österreich einen ziemlich unübersichtlichen Wahlkampf erlebt.

Mit Marco Pogo? Noch einmal mit Peter Pilz? Mit der KPÖ wohl fix, auch wenn man von ihr zuletzt wenig hörte. Am 10. März allerdings startet das Wahljahr 2024 mit Gemeinderatswahlen in Salzburg und die Kommunisten dürften den anderen Parteien dabei erneut Hammer und Sichel lehren. Die Medienvölker werden die Signale hören, die KPÖ wird auf Titelseiten und Leitartikel zurückkehren. Diesmal vielleicht nicht nur für den Moment.

Dazu Karas mit einer eigenen Liste? Als neuerlicher Kandidat für die EU-Wahl hatte er seiner ÖVP vor zwei Monaten abgesagt, für die Nationalratswahl aber hat er sich noch nicht festgelegt. Am Heiligen Abend wird der EU-Vizepräsident 66, für das Amt eines US-Präsidenten wäre er damit eine Jugendhoffnung. Lust scheint vorhanden, deshalb der „Adventpunsch“ mit Käsespätzle, Maroni, ein paar Süßspeisen und großkoalitionären Duftproben in der Luft. Inmitten der Runde aus gut 100 Leuten Christian Kern und Reinhold Mitterlehner, ein Jahr lang ehedem Kanzler und Vizekanzler, richtig eng wurden sie erst danach. Nun standen sie wie viele an diesem Abend Seite an Seite, nicht um ein Personen-Komitee für Karas zu bilden, sondern um eine Sorge zu teilen, jene um Österreich und seine politische Zukunft.

Wer sind Sie noch einmal schnell?

So weit wollen viele im Land momentan gar nicht nach vorne schauen, sie husten der Zukunft derzeit etwas und das ist durchaus wortwörtlich gemeint. Österreich liegt im Bett, mit Corona, mit Grippe, mit einem grippalen Effekt, sehr früh im Jahr sind die ersten Wellen da. Die Zahl der Krankenstände fegt Büros leer, es besteht die Gefahr, dass sich so mancher Weihnachtsbaum heuer selber „Stille Nacht“ vorsingen muss. Ich will jetzt nicht schon wieder das Wort Krise in den Mund nehmen, aber was das politische Management dieses Landes in dieser außergewöhnlichen Situation anzubieten hat, schaut eher nach einer Bescherung aus, die alles ist, nur nicht schön.

Am Dienstag beschenkte sich Johannes Rauch der Einfachheit selbst, er hatte im Gesundheitsausschuss des Parlaments seine Gesundheitsreform durchgebracht. Die Neuordnung enthält einiges Gutes, bricht Strukturen auf, macht den Weg frei für Änderungen, die schon vor Jahren dringend nötig geworden wären. Aus Trutz hielt Rauch aber an der Erschaffung eines „Bewertungsboards“ fest, eine fatale Entscheidung. In Zukunft legen Polit-Emmissäre fest, ob ein teures Medikament Leben retten soll oder ob sich das nicht rentiert.

Rauch sieht das natürlich anders. Auf Twitter ließ er einen Hagel an eher galligen Botschaften auf Kritiker seiner „Jahrhundertreform“ niedergehen, es seien „viele Falschinformationen im Umlauf“, behauptete er. Eine erstaunliche Einordnung der begründeten Einwände von Vertretern der österreichischen Spitzenmedizin.

Seine Deutung des eigenen Gesetzes traf den Wesenskern von „Falschinformation“ dann eher. „Das Bewertungsboard“, so der Gesundheitsminister, spreche nur „Empfehlungen“ aus. Seltsam: Diese „Empfehlungen“ werden im Gesetz wortwörtlich als „Sachverständigengutachten“ bezeichnet. Das erscheint schon reichlich lebensfremd. Ein Board für drei Millionen Euro erstellt ein Gutachten für die Sozialversicherung und die tut dann was? Schreibt den Ärzten, dass irgendeine obskure Gruppierung irgendwas bewertet hat, mit fünf Sternen oder drei goldenen Ananas, aber wurscht, macht´s einfach weiter wie ihr wollt? Eher nicht. Eher so: Das Board beurteilt Medikamente, schaut auf den Preis, gibt dann grünes Licht. Oder eben nicht.

„Alle Mitglieder im Board – auch jene von Ministerium, Ländern und Sozialversicherung – müssen medizinische oder pharmazeutische Expertise mitbringen“, behauptet Rauch. Davon steht im Gesetz freilich nichts. Die Rede ist lediglich von „fachkundigen Vertreter/innen“. Was darunter zu verstehen ist, bleibt offen.

Wie die Politik das grundsätzlich handhabt, lässt sich am Gesundheitsausschuss im Parlament ablesen, der die Reform diese Woche durchwinkte. In diesem „Board“ befinden sich 23 Personen aus allen fünf Parlamentsparteien. Nur vier entstammen einem medizinischen Umfeld, zwei sind Ärzte, eine ist Biochemikerin, einer Pharmazeut. Der Rest kennt das Gesundheitssystem primär patientenseitig, übte oder übt allerlei alternativen Berufe aus, Landwirt, Volksschullehrerin, Schmiedemeister, Großhandelskaufmann, Bürgermeisterin, Mentaltrainer. Sicher kundig, wenn auch in einem anderen Fach.

Der Schattenmann

Nun ist es nicht so, dass Österreich keine Expertengremien brauchen könnte, momentan wären Boards sogar ein Segen. Sie könnten sich mit der neuen Coronawelle beschäftigen, mit der Frage, ob Maskentragen jetzt Sinn macht oder nicht und wenn ja, wie man das der Bevölkerung rasch näherbringt, ein Halbsatz wird dafür nicht reichen. Mit Impfungen gegen Covid-19 und gegen die Grippe. Wie man Medikamenten-Engpässe beseitigt. Österreich schafft hier einen erstaunlichen Spagat, einen Mangel für etwas zu erzeugen, das es eigentlich im Überfluss gibt.  

Die Nachfrage nach Impfungen und Medikamenten gegen Corona ist eingebrochen. Weltweit! Früher wollten es alle, jetzt niemand mehr, es liegt herum. Pfizer, Hersteller auch von Paxlovid, das Risikopersonen vor schweren Verläufen bewahren kann, musste deshalb im dritten Quartal 5,6 Milliarden Dollar abschreiben. In Österreich ist Paxlovid trotzdem vergriffen. Oder aber auch nicht. Spätestens seit der Pandemie wissen wir, dass Zahlen und Daten in diesem Land keine große Bedeutung beigemessen wird. Sie haben noch ein Glück, wenn sie nur falsch sind.

Gesichert scheint, dass der Bund im Februar bei Pfizer 180.000 Packungen Paxlovid bestellt hat, ab da wird es diffus. Gesundheitsminister Johannes Rauch teilte Mittwoch mit, dass bis Ende Oktober 110.000 Packungen an Patientinnen und Patienten abgegeben worden seien, laut Apothekerkammer waren es nur 95.000. Ob beide Zahlen stimmen, eine oder keine, weiß niemand so genau, denn drei Tage später lasen wir: „Die Meldungen, wie viele Packungen von den Apotheken abgegeben wurden, waren unvollständig“, twitterte Rauch am Samstag. Er nannte das „inakzeptabel“. Die Frage ist für wen.

Unklar ist aber nicht nur, wie viel bisher verteilt wurde, sondern auch was noch da ist. „Informationen über den Lagerstand in den Apotheken haben weder das Ministerium noch die Apothekerkammer“, verblüffte der Gesundheitsminister die Öffentlichkeit. Ich darf in Erinnerung rufen, dass sein Ministerium der Besteller der Ware war. Kontrolliert wurde alles danach dann offenbar von niemandem mehr.

Am Montag aber soll Paxlovid wieder „flächendeckend verfügbar sein“, verspricht Rauch, die Apotheken schichten um, das habe er in „intensiven Gesprächen mit der Apothekerkammer erreicht“. Warten wir ab, es machen nämlich böse Gerüchte die Runde. Paxlovid, so heißt es, könnte unter der Hand teuer verkauft worden sein, vor allem im grenznahen Bereich an ausländische Abnehmer. Belegen lässt sich das nicht, aber die ÖGK hat ihre Fachabteilung nun angewiesen, alle Abrechnung aufzuarbeiten, „um die Mengendifferenz zu verifizieren“.

Sparpaket?

Paxlovit ist kein Einzelfall, auch bei der Grippeimpfung herrscht Blindflug. Im Herbst hatte der Bund eine Million Impfdosen bestellt, der Bedarf war hochgeschätzt worden. Budget: 35 Millionen Euro. Der Stoff ist nun aus, oder auch nicht, Unklarheit ist die neue Klarheit, vielleicht stehen sogar noch fast 400.000 Dosen irgendwo rum. Aber wo? Unklar!

Beim Impfen herrschte bisher Wildwuchs oder Wettbewerb, das ist eine Frage der Sichtweise. In den vergangenen Jahren deckten sich die Bundesländer stets in Eigenregie mit Grippe-Impfstoffen ein. Im ersten Pandemiejahr etwa kaufte Wien 400.000 Dosen und verimpfte sie gratis. Seit heuer ist das System zentralisiert, der Bund bestellte, die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) übernahm das Management. Wien erhielt gerade einmal so viel Stoff, um an einer zentralen Stelle (TownTown) drei Wochen lang impfen zu können. Seit Ende November ist Schluss. Kein Impfstoff mehr, es kommt auch nichts mehr nach.

Die ÖGK bietet in ihren vier Wiener Gesundheitszentren Grippeimpfungen an. Also theoretisch. Die ersten Termine waren schnell aus, neue werden angeblich laufend angeboten, es sei weiter genügend Impfstoff vorhanden, sagt die Kasse. Das kann ich so nicht bestätigen. Bei einem Selbsttest über mehrere Tage eröffnete sich mir keine einzige Impfmöglichkeit. Dafür erfuhr ich, dass „neue Termine immer drei Wochen im Voraus freigeschaltet werden“. Schaut schlecht aus fürs Restjahr. Die angebotene Hotline, angerufen am Samstag aus Wien, führte nach Oberösterreich und dort zum Hinweis, dass man Montag ab 7 Uhr früh wieder für mich da sei.

Vielleicht taucht dann auch der Impfstoff wieder auf.  Mit Stand 3. Dezember wurden nämlich laut e-Impfpasse erst 623.000 Dosen verimpft. Der Rest, also immerhin 377.000 Dosen, sollte noch irgendwo auffindbar sein. In den Apotheken nicht, denn die haben über ihre Kammer ein eigenständiges Kontingent bestellt. Ein kleiner Rundruf am Samstag zeigte, dass es hier keinen Engpass gibt. In der Apotheke kostet der Impfstoff allerdings 41 Euro, das Verimpfen beim Arzt – die Apotheker dürfen nicht – zusätzlich 20 Euro. Außer es handelt sich um einen Impfarzt, der am Impfprogramm der ÖGK teilnimmt, dann kostet es nur 7 Euro Selbstbehalt. Auch schräg, zwei Preise für dieselbe Dienstleistung.

Wer von den 66 Impf-Medizinern in Wien noch Impfstoff vorrätig hat, muss allerdings einzeln telefonisch erfragt werden. Ein Buchungssystem mit freien Terminen gibt es nicht. Vielleicht sollte man ein Board mit der Einrichtung beauftragen.

Ich wünsche einen wunderbaren Sonntag. Den Kindergartenstreit innerhalb der Regierung um die Einreichung des Nationalen Klimaplans bei der EU habe ich ausgelassen, ich ersuche um Nachsicht. Auch Satire hat ihre Grenzen.

Fotos:
Johannes Rauch: „Heute“, Helmut Graf
Karl Nehammer, Werner Kogler: „Picturedesk“, Roland Schlager
Nehammer, Brigitte Bierlein: „Picturedesk“, Roland Schlager
Othmar Karas: Christian Georgescu
Nikolaus Nehammer: Andy Wenzel, Bundeskanzleramt

Alle bisherigen Blogs finden Sie gesammelt unter dieser Adresse

Bisher erschienen:
Die Republik und ihr Benkomat
Die ÖVP und ihre 23 Milliardäre
Der stille Sieg des Kammerjägers
Wird Babler jetzt Volkskanzler?
Jetzt oder nie
Klogänge und andere zentrale Notwendigkeiten
„Sind Sie ein fader Typ, Herr Minister?"
Ludwigs Hafen
Grenzgänge
Der Burgerking vom Ballhausplatz
Auftakt zum Schlussakkord
Die Notwasserung
Die Kindergarten-Cops
Der Säulenheilige
Gefährlich? Gut?
Stille Wut (Symbolbild)
Operation Wartesaal
Kickleriki!
Seid Ihr noch alle normal?
„Andi, der Kurs stimmt!“

Alles Babler, oder was?
Do legst di nieda!
Diener for one
Erster Zweiter
Projekt gelber Engel
Die Kanzler-Reserve
In eigener Sache, Teil II.
In eigener Sache
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Schauma aufs Trauma
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Das Schweigen der Klemmer
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"Oida, es reicht!"
Advent, Advent, kein Lichtlein brennt
New Hammer in New York
Reise ins Glück
Bis zum letzten Laugenstangerl
7 Tage, 7 Nächte
Schweigen wie ein Wasserfall
Deckeln und häkeln
Autokorrektur
Zwischen Tür und Mangel
Patient 37.396
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Der Mücktritt
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Unser Comeback-Turbo
Österreichs neuer Chefarzt
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Der Sturm vor der Ruh
Der Tanz auf dem Vulkan
Geheimakt Impfung
Blöd gelaufen
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Der Hauch des Todes
... - .-. .- -.-. .... .
Inselbegabungen 
Big Bang für einen Big Mac
Auf einen Apfelputz beim Minister
Von Brüssel ins Fitness-Studio
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"No words needed" 
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Jedem Anfang wohnt ein Zauberer inne

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