Das Drehbuch für Türkis-Grün

Nächste Woche starten Türkis und Grün offiziell in Regierungsgespräche. Warum die neue Regierung am 12. Dezember stehen könnte – der „Heute“-Blick backstage.

Im Wahlkampf flossen Infos in Strömen, zuletzt wurde ein Rinnsal daraus. ÖVP und Grüne halten dicht, keiner will dem anderen über die Medien etwas ausrichten. Was kundige Personen (aus dem Länderumfeld) „Heute“ aber zwitscherten:

Freitag: Forsches Finale

Freitag wird letztmals sondiert. Drei Gesprächsrunden sind angesetzt. Aber: Die letzte (19 bis 22 Uhr) findet wohl nicht mehr statt, ist nur mehr Back-up. Um 16 oder 17 Uhr soll alles klar sein.

Sonntag: Grüne Welle

Kogler holt Sonntag um 12 Uhr seinen erweiterten Parteivorstand zusammen, lässt sich grünes Licht für Verhandlungen geben. Um 16 Uhr will er die Einigung via Pressekonferenz verkünden.

Sonntag: Kurzer Prozess

Kurz informiert Partei und Landesgranden jetzt schon laufend, einen ÖVP-Vorstand gibt es am Wochenende nicht – Kurz kann allein entscheiden. Er wird am Sonntag auch nicht auf das grüne „Go“ reagieren.

Montag: Kurz-Talk

Der Ex-Kanzler tritt erst Montag (angepeilt 11 Uhr) auf, sagt (sinngemäß): „Wir freuen uns, mit den Grünen in echte Koalitionsverhandlungen eintreten zu können“.

Donnerstalk

Frühestens Donnerstag, spätestens Freitag nächster Woche (14/15.11.) starten die Gespräche zwischen Türkis und Grün dann. Noch zu klären: zunächst unter vier Augen Kurz/Kogler oder gleich in größerer Runde?

Silentium

Bei den Verhandlungen 2017 zwischen Türkis und Blau gab es sechs Hauptgruppen, 25 Fach- und Untergruppen. Diesmal sollen es weniger werden. Zweiter Unterschied: Teileinigungen können nicht kommuniziert werden – dafür bräuchten die Grünen die Zustimmung ihrer Gremien. Für Reporter wird es duster.

12. Dezember: Blitz-Deal

Läuft alles glatt, könnte es am 12. Dezember eine Regierung geben (nicht tags darauf, da ist Freitag, der 13.). Am Wochenende (14./15.12.) müsste der grüne Bundeskongress zustimmen, am 18. 12. könnte die Angelobung sein (wie 2017). Alles eine Woche später? Kaum, die Angelobung fiele auf den Christtag. Dann wohl eher Jänner.

Drei bis vier Ministerien für die Grünen?

Über die Verteilung von Ministerien und Ämtern wird traditionell erst am Schluss geredet – zumindest offiziell.

Bereits klar ist, dass Kogler Vizekanzler wird. Strache bekam das Ressort Öffentlicher Dienst und Sport dazu. Das interessiert Kogler weniger. Er ist Magister der Volkswirtschaft.

Drei bis vier Ministerien scheinen für die Grünen realistisch. Ihnen könnte das Justizministerium (Favoritin Alma Zadic) zufallen, dazu ein Mega-Klimaressort (inkl. Landwirtschaft, Köstinger übernimmt ein anderes Ministerium). Dazu möglich: Soziales und/oder Wirtschaft.